Sexualisierte Gewalt...

...im Erleben der betroffenen Mädchen und Frauen

...im Erleben der Vertrauenspersonen

Sexualisierte Gewalt...
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Sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt begegnet Mädchen und Frauen in ihrem Alltag in sehr vielfältigen Formen. Ausgehend von anzüglichen Blicken und Bemerkungen, Nachstellen und Verfolgen, sexueller Nötigung, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder am Telefon bis hin zu extremsten Formen der Grenzüberschreitung und Verletzung der Selbstbestimmung, wie sexueller Missbrauch in der Kindheit und Vergewaltigung.

Allen Situationen ist gemeinsam, dass das Motiv für sexualisierte Gewalt nicht Sexualität sondern Macht ist, indem Sexualität als Instrument benutzt wird, um Frauen und Kinder zu demütigen, sie zu erniedrigen und zu unterdrücken, mit dem Ziel, sich selbst als mächtig zu erleben.

Oftmals werden frauenfeindliche Äußerungen, Witze oder Beschimpfungen, die jede Frau und jedes Mädchen kennt, nicht als Gewalt definiert, eben weil sie "alltäglich" erscheinen.

Für uns beginnt sexualisierte Gewalt an dem Punkt, an dem Frauen und Mädchen in ihrer persönlichen Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung eingeschränkt werden. Also bereits dann, wenn Frauen oder Mädchen Situationen, Orte oder Wege meiden müssen, um nicht beleidigt, belästigt oder bedroht zu werden.

In unserem Begriffsverständnis bleibt Gewalt nicht nur auf körperliche Verletzungen beschränkt, sondern bezieht vielmehr, die häufig für außenstehende Personen "nicht sichtbaren" seelischen und emotionalen Verletzungen, Belästigungen und Drohungen mit ein.

Dennoch gibt es in unserer Gesellschaft immer noch weit verbreitete Mythen und Vorurteile über Täter, Opfer und Situationen sexualisierter Gewalt. Sie zählen zu den aufrechterhaltenden Bedingungen von sexualisierter Gewalt und haben Auswirkung auf die betroffene Frau, indem sie zusätzlich zu den erlebten Gewalterfahrungen durch negative Reaktions- und Verhaltensweisen ihres sozialen Umfeldes erneut zum Opfer wird.

In unserer Arbeit sind wir konfrontiert mit der Tatsache, dass sexualisierte Gewalt kein individuelles Problem ist, sondern alltägliche Realität von Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft.

Die Täter oder Täterinnen sind selten Fremde. Insbesondere bei sexuellem Missbrauch und Vergewaltigungen stammen sie meist aus dem sozialen Umfeld der Mädchen und Frauen. Opfer sexualisierter Gewalt kann jede Frau werden - unabhängig von ihrem Alter, ihrem Aussehen oder ihrem sozialen Status.